Figurfallen beim Essen und Einkaufen vermeiden? So geht’s!

Autor: Datum: 01.March 2018

Der Ernährungsexperte und Professor der Cornell University Brian Wansink hat eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Wir fällen jeden Tag rund 200 Essensentscheidungen. Die meisten (genauer gesagt: 80%) finden zuhause oder in der näheren Umgebung statt. Zum Beispiel in unserer Küche, im Büro, in der Schule, im Supermarkt oder im Lieblingsrestaurant. Wansink nennt diesen Bereich Food-Radius. In diesem Food-Radius haben wir jede Menge Gewohnheiten entwickelt, ohne dass wir uns wirklich darüber bewusst sind. Das heißt: Wer weiß, wie und wo er isst und einkauft, kann nicht nur Geld, sondern auch jede Menge Kalorien sparen. Wir sagen Ihnen, wie’s geht!

Entdecken Sie Ihren persönlichen Food Radius

Wir alle sind Gewohnheitsmenschen. Wir gehen immer zum selben Bäcker um die Ecke, haben unser Lieblingsrestaurant drei Straßen weiter und kaufen meist im nächstgelegenen Supermarkt ein. Solche Rituale haben unseren Vorfahren geholfen, viel Nahrung mit nur wenig Energieaufwand zu organisieren. Heutzutage? Sind sie im wahrsten Sinne des Wortes von vorgestern.

Deshalb sollten wir – wenn wir uns gesund ernähren bzw. abnehmen wollen – mal innehalten und uns ein paar wichtige Fragen stellen. Zum Beispiel: Welcher Supermarkt unterstützt mein Diätvorhaben und gesunde Ernährung – und welcher nicht? Gibt es irgendwo leckere und kalorienarme Nahrungsmittel, die ich bisher noch gar nicht kannte? Warum gehe ich zu diesem Bäcker und nicht zu jenem? Finde ich ein Restaurant, das auch lecker und gemütlich ist, aber viel leichtere Gerichte bietet?

Die Antworten zeigen uns die Vor- und Nachteile unserer Gewohnheiten: was sie uns bieten und woran sie uns hindern. Und mit diesem Bewusstsein können wir unseren Food-Radius bewusst neu definieren. Schon kleine Veränderungen tragen dazu bei, Kalorien zu sparen, uns gesünder zu ernähren und neue kulinarische Genüsse zu entdecken!

Verändern Sie was – im Restaurant

Brian Wansink und sein Team haben über längere Zeit die Essensgewohnheiten von Menschen im Restaurant und am Buffet untersucht. Er fand heraus, dass sich Menschen ohne Übergewicht beim Essen ganz anders verhielten als Übergewichtige. Beispielsweise setzten sie sich weiter weg vom Buffet und meist mit dem Rücken zum Essen. Beim Essenholen schauten sie sich zuerst das ganze Buffet an, bevor sie sich nur ihre Lieblingsspeisen auf den Teller nahmen. Und: Sie kauten länger. Das mag sich alles kurios anhören, ist aber so. Probieren Sie es doch einfach mal aus!

Verändern Sie was – im Büro!

Auch hier können wir es uns mit kleinen Anpassungen leichter machen. Das heißt zuallererst: Weg mit den Süßigkeiten in der Schublade oder auf dem Schreibtisch! Denn Sie müssen wirklich einen enorm starken Willen haben, die kleinen Leckereien nicht zu essen… wo sie nur einen Griff weit entfernt liegen. Deshalb: Sind die süßen Verführer gar nicht da, müssen Sie ihnen nicht widerstehen. Bringen Sie stattdessen Obst und Knabbergemüse mit und richten Sie es gleich früh morgens appetitlich an. Das motiviert für den ganzen Tag. Und wenn Sie sich Ihr Mittagessen ab und an auch mal von zuhause mitnehmen, können Sie auch den Verführungen in der Kantine locker widerstehen.

Verändern Sie was – Zuhause!

Auch in der Küche lauern ein paar Figurfallen, die man schnell und einfach eliminieren kann. Verstauen Sie Süßigkeiten und Ungesundes möglichst weit oben und unzugänglich. Versorgen Sie sich mit tollen Kochutensilien – damit steigt der Spaß am Zubereiten der Speisen automatisch. Und auch wenn Sie auf Ihre gemütliche Küche richtig stolz sind: Je funktionaler sie ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sich hier länger aufhalten als nötig und den zahlreichen dort vorhandenen Versuchungen erliegen.

Verändern Sie was – im Supermarkt!

Wussten Sie, dass wir 70% der Einkaufsentscheidungen nicht aufgrund unseres Einkaufszettels, sondern spontan vor dem Regal treffen? Deshalb wollen die Supermarktbetreiber auch, dass wir dort so viel Zeit wie möglich verbringen und so viel Geld wie möglich ausgeben. Dazu spielen sie mit allen unseren Sinnen: Sie kreieren eine tolle Atmosphäre (ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass die Obst- und Gemüseabteilung oft wie ein echter Dorfmarkt aussieht?), spielen angenehme Musik, sorgen für optimale Temperaturen und lenken uns auf dem längsten Weg ganz geplant durch ihren Laden. Und das ist noch lange nicht alles.

Hier sind noch weitere Supermarkt-Verführungstricks:

  • Der Einkaufswagen ist extra groß – damit Sie maximal viel Ware hineinlegen können
  • Teure Produkte sind im Regal oft auf der linken Seite platziert – denn wir betrachten die Regale von links nach rechts (wie ein Buch)
  • Teure Produkte stehen meist in Blick- und Greifhöhe, die billigen Produkte ganz oben oder unten – Bücken und Strecken lohnt sich also!
  • Familienpackungen suggerieren einen Sparvorteil – bei genauerem Hinschauen entpuppt sich das oft aber als falsch
  • Aktionsware sieht nach Schnäppchen aus – ist es aber sehr oft gar nicht
  • Regale mit Süßigkeiten und Ungesundem stehen meist in der Mitte – machen Sie einfach mal einen Bogen drum
  • Batterien, Feuerzeuge, Kaugummis kann man eigentlich immer gebrauchen – genau deshalb (und weil das Gehirn schon müde von den ganzen vorher getroffenen Kaufentscheidungen ist) stehen sie an der Kasse und sorgen hier für rund 5% des gesamten Umsatzes

Sind Sie bereit?

Sie möchten jetzt auch Ihren Food-Radius entdecken und erweitern? Dann legen Sie am besten gleich los. Sie können bewusster einkaufen, bewusster essen, Kalorien sparen – und völlig neue kulinarische Möglichkeiten für sich und Ihre Familie entdecken. Verändern auch Sie Ihre Food-Umwelt so, dass sie Ihnen das Abnehmen leicht und das Zunehmen schwerer macht. Viel Erfolg dabei!

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